Die Geschichte des Bogenschießens

Das Bogenschießen – vom Bogen als Jagd- und Kriegswaffe bis hin zum modernen Bogensport

Der Bogen ist eine der ältesten Waffen der Menschheitsgeschichte. Die ersten Funde datieren aus der Altsteinzeit, wo langsam aber sicher bei der Jagd das uneffektivere Speerschleudern durch das Bogenschießen abgelöst wurde. Zweifelsfrei belegt ist der Bogen allerdings erst ab 10.000 v. Chr.

Bereits während der Jungsteinzeit begann der Einsatz von Pfeil und Bogen während kriegerischer Auseinandersetzungen, bis die ersten Feuerwaffen mit dem in Metz erfundenen pot de fer ihn langsam aber sicher abzulösen begannen. Ganz in Vergessenheit geriet der Bogen nie, er wurde auch nach der Erfindung modernerer Waffen über lange Zeit weiter bei der Jagd benutzt und findet heute im Bogensport Verwendung.
(Bogenschießen ist nur mehr als Sport erlaubt, bei der Jagd darf ein Bogen keinesfalls eingesetzt werden.)

Für das Bogenschießen wurde in Mitteleuropa während der Jungsteinzeit bis in die Bronzezeit hinein der sogenannte Flachbogen verwendet, während in Nordwestrussland der Fallen- oder Stabbogen üblich war. Pfeil und Bogen hatten einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert und galten als Statussymbol. Die gängigen Bogen waren relativ lang, Funde belegen eine Bogenlänge von 110 Zentimetern. Der Kurzbogen ist wahrscheinlich durch die Steppenreiterkulturen entwickelten worden, da für das Bogenschießen zu Pferd der Langbogen zu unhandlich war.

Die Germanen, und wahrscheinlich auch die Gallier, nutzten Stabbögen die einen sehr hohen Querschnitt hatten.
Die Römer belächelten zwar die „Spielzeuge“ ihrer Feinde, mussten aber feststellen, dass dieses Spielzeug eine sehr hohe Durchschlagskraft hatte und äußerst effizient war.
Das Bogenschießen entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer Kriegsstrategie, die Nutzung dieser Waffe während der Zeit der Völkerwanderung und im Frühmittelalter durch Merowinger, Alemannen, Awaren und Franken ist nachgewiesen.

Über die Zeit des Hoch- beziehungsweise Spätmittelalters entwickelte sich der klassische Langbogen zum englischen Langbogen, der eine deutlich höhere Zugkraft hatte. Die Durchschlagskraft beim Bogenschießen war damit so hoch, dass selbst die Plattenpanzer der Ritter kein Problem mehr darstellten. Während der Kriege waren die Bogen der Engländer, Waliser, Mongolen und Türken besonders gefürchtet, da sie das Bogenschießen während der Kämpfe taktisch einsetzten, die Kriegsbögen wurden entweder in Formation oder aus dem Hinterhalt in Salven abgeschossen. Erst in der frühen Neuzeit, mit Aufkommen der Musketen, verlor das Bogenschießen für den Krieg endgültig an Bedeutung, wobei der Adel den Bogensport weiter betrieb.

Heute ist das Bogenschießen eine anerkannte Sportart, die immer mehr Anhänger findet. Beim Bogensport gibt es verschiedene Disziplinen mit genauen Vorschriften, welcher Bogen verwendet werden darf. So werden beim Bogenschießen nicht nur moderne Bogen mit Stabilisatoren und Visierhilfen verwendet, sondern auch sogenannte Blankbogen sowie Langbogen, bei welchen es auf das Schätzvermögen bzw. die Feinfühligkeit des Schützen ankommt.

Der Bogensport ist nicht auf eine bestimmte Altersgruppe beschränkt, jeder kann das Bogenschießen erlernen und bis ins hohe Alter ausüben. Neben Konzentration sind eine ruhige Hand und ein gutes Auge die wichtigsten Voraussetzungen, um das Bogenschießen als Sport erfolgreich zu betreiben.